Im Senftenberger Revier gab es eine Blues-Rock-Band bei denen der Schlagzeuger und der Gitarrist ganz gut waren. Die beiden kamen auch manchmal zu unseren Auftritten und es gefiel ihnen offensichtlich, was wir da zelebrierten. Demzufolge waren wir uns auch schnell einig und sie wurden Mitglieder der nächsten Plattform-Besetzung. Es blieben also Jerry, Ecki und Kotte, dazu kamen Ulli Ulbrich (dr) und Gerd Wollermann (git). Musikalisch ging es jetzt in Richtung R. Gallagher, ZZ Top und solche Sachen. Und es war nun auch die Zeit gekommen, wo ich mir eigene Kreationen einfallen ließ, wozu Jerry die Texte machte (He Doktor, Verschlafen, Müller Meier Lehmann usw.). Den "Doktor" produzierten wir dann beim ehemaligen Pudhys-Schlagzeuger, Gunter Wosylus. Der hatte seinerzeit schon ein ganz gutes Studio und für uns war eine Produktion Neuland und somit hat es Riesenspaß gemacht. Wir wollten den Titel dann in den Rundfunk bringen, sollte ja auch gespielt werden. Vorher mußte man aber seine musikalischen und vor allem textlichen Ergüsse einem sogenannten Lektorat vorstellen. Das bestand wiederum aus Partei-und Kulturfunktionären, jedoch waren die schon etwas "wichtiger" als die, die ich vorhin schon von den Einstufungen erwähnte. Beim "Doktor" ging es nun darum, daß ein Typ abends immer in der Kneipe mit den Kumpels beim Bierchen saß und nächsten Morgen nicht aus dem Nest kam. Also ging er zum Arzt und wollte einen Krankenschein erschleichen. Das war natürlich überhaupt nicht im Sinne unserer "guten Partei" und bevor sich die Leutchen vom Lektorat da auf irgendwas einließen und Ärger riskierten, haben sie uns abtreten lassen und der Song, auf den wir so stolz waren, kam nie in die Medien. Wie wichtig war eigentlich auch "Plattform"? Egal, auf jeden Fall wurden wir auf den Sälen des Landes immer mehr zur angesagten Band, vielleicht auch, weil wir immer härter wurden. Aber auch diese Besetzung wurde durch die Armee (NVA) auseinandergerissen und Jerry wollte sich die Blues-Rock-Musik erhalten und nicht in den Heavy-Metal abdriften. So kam im Herbst 1983 der Zerfall der Band und diesmal ging es nicht gleich nahtlos weiter. Ich überbrückte die Zeit bei einer anderen Band und wartete auf Wolle und Ulli, die nun mit einer Uniform herumliefen, denn wir wollten ja den aufkommenden Heavy-Metal spielen

 

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