Bevor die folgende Besetzung in die Gänge kam, war erstmal die große "Stunde Null", die politische und vor allem die gesellschaftlich/wirtschaftliche Wende. Die vorhergehende Besetzung war zu diesem Zeitpunkt auseinandergeflogen. Wolle und Uwe gingen in den Westen, Micky machte solistisch weiter und Ulli und ich suchten neue Musiker. Wir fanden einen Gitarristen, den wir schon aus den Heavy-Metal Zeiten von einer anderen Band kannten und der auch Cottbuser war, Micha Jurischk. Es sollte sich eine zehnjährige und sehr kuriose Zusammenarbeit anbahnen. Micha und ich hatten nie die gleiche Wellenlänge und es gab oft Ärger, aber es ging komischerweise doch so lange und es war aus musikalischer Sicht die wertvollste Zeit in unserer Geschichte. Micha hat fleißig und richtig gut komponiert und wir haben das Material in einem sehr guten Studio bei Cottbus produziert. Zu dieser Zeit war auch schon der vierte Mann im Boot, nämlich Tom Browski als Sänger und Texter. Die Songs wollten wir groß rausbringen, aber namhafte Produzenten fanden die Musik zwar handwerklich gut gemacht, aber von der Stilistik nicht mehr zeitgemäß und demzufolge wollte sich keiner damit beschäftigen, hätte zu wenig Profit gebracht. Also haben wir beschlossen zu covern was das Zeug hält, damit wir wenigstens weiter Musik machen konnten. Es lief wie immer ganz gut. Wir hatten kurz nach der Wende zwar sehr wenig Auftritte, wie alle Bands der ehemaligen DDR, aber wir haben wenigstens weiter bestanden. Wir hatten gute Konzerte mit Slade, Bachman Turner Overdrive, Mountain und Hank Davison und wir haben ab 1992 auch wieder ganz ordentlich gespielt, von der Anzahl der Auftritte. Zwischenzeitlich war Tom mal ausgestiegen, dafür hatten wir einen talentierten Sänger und Keyboarder dabei. Der hat sich dann aber zu sehr danebenbenommen und mußte wieder raus. Auch den Haupttechniker aus dieser Zeit möchte ich erwähnen, es war unser guter Lutz Schmidt. Tom kam wieder und wir tingelten mehr oder weniger unspektakulär durch`s Land. Ich glaube, keiner in der Band war mehr zufrieden und die Situation schrie förmlich nach Veränderung. In den Startlöchern saß ein junger begabter Gitarrist, der heiß darauf war, bei uns mitzuspielen und auch bei einer Silvestermugge schonmal dabei war (da spielten wir eine Stunde nur Led Zeppelin). Dieser junge Mann war/ist mein Sohn. Und ich kann nicht in Worte fassen, was es für ein Gefühl war, als er das erste Mal neben mir auf der Bühne stand............................
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